Ausgeglichenheit & mehr Lebensenergie

Sie putzen bestimmt und sehr selbstverständlich Ihre Zähne, oder? 

Sie gehen bei körperlichen Beschwerden zum Arzt und bemühen sich ansonsten gesund zu leben. 

Was tun Sie aber für Ihre psychische Ausgeglichenheit? Wie schützen Sie Ihre Lebensenergien vor dem Ausbrennen? Yoga, Entspannung? Das ist sicherlich eine sehr sinnvolle und wichtige Unterstützung, die über eine Zeit lang hilft, aber aus meiner Erfahrung nicht die Wurzel des Energieschwundes erreicht. 

Was lässt eigentlich Lebensenergien schwinden?

Die Einflüsse auf unseren Energiehaushalt sind vielfältig. Hier einige klassische Beispiele:

  • Beziehungsprobleme, ob privat oder im Beruf, ob im Außen oder im Innen. Wir stehen immer in Beziehung. Wenn hier Konflikte schwelen, kostet das Kraft und damit Energie. Teilweise werden sie so verdrängt, dass gar nicht mehr bewusst ist, wo der Ursprung lag. 

  • Ängste, vor Arbeitsplatzverlust, vor Umstrukturierungen, vor der voranschreitenden Digitalisierung, vor dem (finanziellen) Scheitern, vor dem Alleinsein, vor Ablehnung, vor schwierigen Gesprächen, vor bestimmten Situationen und vielem mehr. 

  • Druck von allen Seiten - beruflich und privat

  • Gefühl von Unerfülltheit, Sinnlosigkeit, Hilflosigkeit und Machtlosigkeit; wenn die Frage nach dem Warum und Wozu nicht mehr beantwortet werden kann

  • Gefühl von Anders-Sein, ohne eine Erklärung dafür zu haben

  • einschneidende Lebensereignisse, Kündigungen, Krankheiten, Tod, Scheidung aber auch Hochzeit, Geburt uvm. 

Wenn solche Themen, die häufig auch nicht isoliert auftreten, überhand nehmen und vor allem zu lange anhalten, dann ist es meist schon zu spät und die Psyche erkrankt in unterschiedlicher Weise. Daraus zu kommen, ist ein langwieriger Prozess. Schnelle Hilfe ist heutzutage auch nicht mehr selbstverständlich, da man teilweise ein bis zwei Jahre auf einen Psychotherapeutenplatz warten muss. Des Weiteren haben sich bis dahin die Ursprungsthemen so tief vergraben, dass man gar nicht mehr weiß, womit denn alles angefangen hat. 

Mit einer akuten Grippe geht man nicht erst Jahre später zum Arzt. Die Psyche wird als Tabuthema aber immer wieder hinten angestellt, obwohl sie sich bei vielen Menschen in Form von z.B. Kopfschmerzen, Rücken- und Nackenschmerzen, Magenproblemen, Verletzungen, Angstzuständen, Übelkeit, Hautproblemen mitteilt, ohne dass der Arzt organisch fündig geworden ist. Sie sind ohne Befund, heißt es. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass sich viele Beschwerden einfinden können. Irgendwann zog ich dann einen bleischweren Rucksack hinter mir her. Müdigkeit war kein Ausdruck. Gassirunden wurden zur Qual. 

Lassen SIE es nicht soweit kommen. Der Gedanke "es funktioniert doch noch" kann schon zu spät sein. Reagieren Sie frühzeitig und präventiv. Lassen Sie sich auch die "Psychohygiene" zur Gewohnheit werden. Lernen Sie Ihre persönlichen Stressmechanismen kennen.

 

PS: Für alle, die aus einer Reha kommen, gilt übrigens das Gleiche. Ich hatte dort zwar sehr Allgemeines über Stress erfahren, aber meine persönlichen Themen wurden nicht abgearbeitet. Dazu fehlt dort die Zeit. Auch war mir gar nicht klar, was sich angesammelt hatte und woher die Erschöpfung kam. Rückfälle sind damit vorprogrammiert. Auch hier ist eine regelmäßige Aussprache der sich neu sammelnden Themen präventiv sinnvoll.