Digitalisierung - Fluch oder Segen?

Wer es bislang noch nicht bemerkt hat, der muss schlafen. Die technologischen Entwicklungen sind in den letzten Jahren sprunghaft in die Höhe geschossen. Es ist kaum noch möglich, bei allen Errungenschaften mitzukommen, geschweige denn, den Überblick zu halten. Gerade die Generationen, die nicht mit diesen rasanten Digitalisierungsprozessen groß geworden sind, können da schnell einmal Angst bekommen. Digitalisierung, gleich welcher Form, macht etwas mit uns. KI, Blockchain Technologie und vieles mehr lassen sich nicht mal eben verstehen. Die Medien zeichnen immer wieder Horrorszenarien von möglichem Missbrauch. Es ist kaum absehbar, was uns in Zukunft erwarten wird. Aber macht es Sinn, den unaufhaltsamen Trend zu verschlafen und so zu tun, als ob es die Unternehmen nicht betrifft? Wie kann man die Menschen, die Angst haben, auffangen und gesund digitalisieren?

Digitalisierung

Fakten zum Stand der Digitalisierung in deutschen Unternehmen

Digitalisierung nach Unternehmensgröße. Das Duell „Groß gegen Klein“ im Digitalisierungsindex ist laut iwd Der Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft sehr ungleich:

Mit 205 Punkten erzielen die Unternehmen ab 250 Beschäftigten einen mehr als doppelt so hohen Indexwert wie Betriebe mit maximal 49 Beschäftigten, die 95 Punkte erreichen.

Mittelgroße Unternehmen liegen mit 124 Punkten dazwischen. Kleine Unternehmen laufen den anderen lediglich in der Kategorie Produkte den Rang ab. Grund dafür kann die Branchenstruktur sein: Besonders viele kleine Unternehmen stammen aus der stark digitalen Informations- und Kommunikationstechnologiesparte.

(Quelle: iwd Der Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft: (https://www.iwd.de/artikel/digitalisierung-stillstand-statt-fortschritt-570861/?gclid=CjwKCAiAjfyqBhAsEiwA-UdzJN-7jAMbi-9mWzDtuyROWQlDU5D4ghuFg95LEJFiAhDAawdgqUxmnRoCAEgQAvD_BwE)

Was hat Digitalisierung mit Mitarbeiterbindung, Unternehmenskultur und Burnout zu tun?

Meine ursprüngliche Intention

Mein ganzes Berufsleben habe ich mich immer gerne mit den jeweils neuen Softwareprogrammen und späteren Softwaretools auseinandergesetzt. Meine Affinität zeigte sich bei den Rechtsanwälten, wo ich stundenlang überall im Gebäude, meist ohne Erfolg, Akten suchen durfte. Schnell war mir klar: Hier braucht es eine Lösung. 1998 hatten wir Microsoft, aber noch nicht viel mehr. Verträge wurden noch mit Fax zum Mandanten geschickt. Mit Microsoft Access baute ich aus dem Nichts eine Datenbank mit Formular für die Erfassung der Akten. Ich erschuf nebenbei eine Namens- und Standortstruktur, die es möglich machte, die Akten u.a. den Anwälten zuzuordnen und ihnen auch bei Wanderung durch das Büro zu folgen. Diese Aktenverwaltung wurde in drei Standorten erfolgreich eingeführt. 

Später führte ich die digitale Zeiterfassung ein und begleitete einige Einführungsprojekte von unterschiedlichen Softwarelösungen. Gab es kein Handout, erstellte ich eines. Während der letzten Jahre habe ich viele neue Softwaretools kennengelernt und festgestellt, dass man auch mit diesen leicht, kostengünstig und effektiv digitalisieren kann. 

Ein weiterer Gedanke war, dass mit der Digitalisierung MitarbeiterInnen mehr Raum für kreative und sinnstiftende Arbeiten geschaffen werden kann. Bei meinen Recherchen wurde mir allerdings schnell klar, dass das in den heutigen Unternehmensstrukturen nicht so kommen würde. Damit wäre ein Grundgedanke meiner Intention "gesund zu digitalisieren", nicht umsetzbar. Mir wurde schnell klar, dass Digitalisierung dann ein Segen sein kann, wenn die Unternehmen sie zu Gunsten und mit Unterstützung der MitarbeiterInnen einsetzen würden. Sie würde ein Fluch sein, wenn sie lediglich dem Gedanken der Effizienzsteigerung dienen würde. Digitalisierung muss dazu dienen, den Menschen in den Unternehmen wieder den Raum zu ermöglichen, Aufgaben zu übernehmen, die ihnen Freude bereiten. Aufgaben, die Sinn stiften. Aufgaben, die Kreativität und Innovation fördern. Aufgaben, die selbstbestimmt und erfüllend sind. 

Das Ergebnis

Meine Mission ist es, Bewusstsein dafür zu schaffen, dass die bisherigen Strukturen und Denkweisen der Unternehmen keine Zukunft mehr bieten. Die sich immer schneller entwickelnde Digitalisierung führt zu einer immer größer werdenden Komplexität. Komplexität ist wie ein Fischschwarm: schnell, beweglich, verändert sich in Bruchteilen einer Sekunde in jede erdenkliche Richtung und Form. Diese Komplexität kann ein Unternehmen mit (unzähligen) Hierarchieebenen nicht abbilden. Bis es da zu einer Entscheidung kommt, dauert ... wie lange? ob die Fische das auch so machen? Wohl kaum. Sie würden vom nächsten Hai gefressen werden. Sie übrigens auch!

Wie könnte eine wirkliche Lösung aussehen?

Digitalisierung macht nur Sinn, wenn diejenigen, deren Aufgaben ersetzt werden, diese auch mitbestimmen. Sie macht nur Sinn, wenn klar ist, welche sinnstiftenden Aufgaben diese MitarbeiterInnen dann übernehmen. Routineaufgaben können KI und Software übernehmen. Aber überall da, wo Menschen mit ihren Talenten, Fähigkeiten, Empathien und ihrem Verständnis Mehrwert leisten können, sollte neuer Raum geschaffen werden. Neu gedacht werden. Neue Verantwortungen geschaffen werden. Neue Rollen verteilt werden. Neue Strukturen entwickelt werden. Nur wer sich der Komplexität flüssig anpassen kann, wird sich wie der Fischschwarm vor seinen Fressfeinden schützen können. 

Sprechen Sie mich an. Was haben Sie zu verlieren, außer Ihr Unternehmen?
Termin vereinbaren
Keine Lust zu warten?

Empfohlene Beiträge

© 2023 Katja Wildfeuer
DatenschutzImpressum